Persistence im Red Teaming bezeichnet die Fähigkeit eines Angreifers, dauerhaften Zugang zu einem kompromittierten System aufrechtzuerhalten, auch nachdem das System neu gestartet, Passwörter geändert oder erste Zugangswege geschlossen wurden. Red Teams simulieren diese Techniken gezielt, um zu testen, ob ein Unternehmen einen Angreifer erkennt und vertreibt, der sich bereits im Netzwerk festgesetzt hat. Die folgenden Abschnitte beleuchten die wichtigsten Fragen rund um Persistence-Mechanismen, Erkennungsmethoden und Schutzmaßnahmen.
Wie funktioniert Persistence technisch in einem Red-Team-Angriff?
Persistence funktioniert technisch, indem ein Angreifer nach dem initialen Zugriff Mechanismen im System hinterlegt, die seinen Zugang automatisch wiederherstellen. Das können modifizierte Registrierungseinträge, geplante Tasks, manipulierte Dienste oder implantierte Backdoors sein. Diese Mechanismen aktivieren sich eigenständig, sodass der Angreifer auch nach einem Systemneustart oder einer Passwortänderung wieder Zugang erhält.
Im Red Teaming läuft dieser Prozess in mehreren Phasen ab. Nach dem ersten Eindringen in ein System sichert das Red Team seinen Zugang, bevor es mit weiteren Angriffsschritten fortfährt. Typischerweise werden dabei mehrere redundante Persistence-Methoden gleichzeitig eingesetzt, sodass das Entfernen einer einzelnen Backdoor den Zugang nicht vollständig unterbricht.
Technisch gesehen nutzen Red Teams dafür häufig Frameworks wie Cobalt Strike oder Metasploit, die eine Vielzahl von Persistence-Modulen mitbringen. Diese erlauben es, Implantate tief im Betriebssystem zu verankern, oft an Stellen, die bei einer oberflächlichen Systemprüfung leicht übersehen werden. Wer mehr über offensive Sicherheitsansätze erfahren möchte, findet bei unseren Offensive-Security-Leistungen einen guten Überblick.
Welche Persistence-Techniken nutzen echte Angreifer am häufigsten?
Echte Angreifer setzen am häufigsten auf Registry-Run-Keys, geplante Aufgaben (Scheduled Tasks), manipulierte Windows-Dienste, Web Shells auf exponierten Servern und den Missbrauch legitimer Verwaltungstools. Diese Techniken sind beliebt, weil sie sich in normales Systemverhalten einfügen und dadurch schwer von legitimen Prozessen zu unterscheiden sind.
Besonders verbreitet sind folgende Methoden:
- Registry-Run-Keys: Einträge in der Windows-Registrierung, die beim Systemstart automatisch ausgeführt werden und Schadsoftware laden.
- Scheduled Tasks: Geplante Aufgaben, die zu bestimmten Zeiten oder Ereignissen Angreifer-Code ausführen, oft unter dem Deckmantel legitimer Systemaufgaben.
- DLL Hijacking: Ersetzen oder Einfügen von Bibliotheken, die von vertrauenswürdigen Anwendungen geladen werden.
- Web Shells: Skripte, die auf Webservern hinterlegt werden und dem Angreifer eine persistente Fernsteuerung über HTTP ermöglichen.
- Account-Manipulation: Anlegen versteckter Benutzerkonten oder Hinzufügen von Backdoor-Zugangsdaten zu bestehenden Konten.
Viele dieser Techniken sind im MITRE ATT&CK-Framework unter der Taktik „Persistence“ dokumentiert, was Red Teams als strukturierte Referenz für realistische Angriffssimulationen nutzen.
Was ist der Unterschied zwischen Persistence und Lateral Movement?
Persistence und Lateral Movement sind zwei unterschiedliche Angriffsphasen: Persistence sichert den dauerhaften Zugang zu einem bereits kompromittierten System, während Lateral Movement die Ausbreitung des Angreifers auf weitere Systeme im Netzwerk beschreibt. Persistence ist ortsgebunden, Lateral Movement ist bewegungsorientiert.
Konkret bedeutet das: Ein Angreifer, der Persistence etabliert hat, kann jederzeit auf ein bestimmtes System zurückkehren. Lateral Movement hingegen beschreibt, wie er von diesem Ausgangspunkt aus weitere Systeme, Dienste oder Benutzerkonten übernimmt. Beide Techniken ergänzen sich in realen Angriffen: Persistence sichert den Rückzugsweg, Lateral Movement erweitert den Einflussbereich.
Im Red Teaming werden beide Phasen bewusst getrennt simuliert, um zu testen, ob das Sicherheitsteam des Unternehmens in der Lage ist, die Ausbreitung eines Angreifers zu stoppen, selbst wenn der initiale Eintrittspunkt bereits gesichert wurde. Defensive-Security-Maßnahmen müssen beide Szenarien abdecken, um wirksam zu sein.
Wie erkennen Unternehmen Persistence-Mechanismen in ihren Systemen?
Unternehmen erkennen Persistence-Mechanismen durch kontinuierliches Monitoring von Systemänderungen, Analyse von Autostart-Einträgen, Überwachung geplanter Tasks und Auswertung von Log-Daten auf ungewöhnliche Prozesse oder Netzwerkverbindungen. Entscheidend ist dabei der Einsatz von SIEM-Systemen, die Anomalien in Echtzeit erkennen und melden können.
Praktisch empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
- Baseline erstellen: Normale Systemzustände dokumentieren, um Abweichungen sofort zu erkennen.
- Autostart-Bereiche überwachen: Registry-Run-Keys, Scheduled Tasks und Dienste regelmäßig auf unbekannte Einträge prüfen.
- EDR-Lösungen einsetzen: Endpoint Detection and Response Tools erkennen verdächtiges Prozessverhalten und Dateiänderungen in Echtzeit.
- Log-Analyse automatisieren: Sicherheitslogs zentral sammeln und auf Muster prüfen, die auf Persistence-Mechanismen hindeuten.
- Threat Hunting betreiben: Aktiv nach Indikatoren für Kompromittierung suchen, anstatt nur auf Alarme zu reagieren.
Viele Unternehmen unterschätzen, wie lange Persistence-Mechanismen unentdeckt bleiben können. Ohne strukturierte Erkennungsprozesse können Angreifer monatelang unbemerkt aktiv bleiben.
Warum simulieren Red Teams Persistence statt nur den initialen Zugriff?
Red Teams simulieren Persistence, weil der initiale Zugriff allein nur einen Bruchteil des realen Angriffsrisikos abbildet. Ein Angreifer, der sich dauerhaft festsetzt, kann Daten kontinuierlich exfiltrieren, Hintertüren für spätere Angriffe vorbereiten und sein Vorgehen anpassen, wenn einzelne Zugangswege entdeckt werden. Nur die Simulation von Persistence zeigt, wie gut ein Unternehmen einen laufenden Angriff erkennt und beendet.
Der initiale Zugriff ist oft der am besten gesicherte Teil eines Netzwerks, weil Firewalls, Intrusion-Detection-Systeme und Perimeter-Sicherheit genau darauf ausgerichtet sind. Was danach passiert, liegt häufig im blinden Fleck vieler Sicherheitsarchitekturen. Red Teaming mit Persistence-Simulation deckt genau diese Lücke auf.
Darüber hinaus erlaubt die Simulation von Persistenz dem Incident-Response-Team eines Unternehmens, realistische Übungsszenarien zu durchlaufen. Sie lernen, wie sie Persistence-Mechanismen identifizieren, isolieren und vollständig beseitigen, ohne dass ein echter Angreifer im System aktiv ist. Das ist ein entscheidender Vorteil für die Vorbereitung auf reale Sicherheitsvorfälle.
Welche Schutzmaßnahmen verhindern erfolgreiche Persistence-Angriffe?
Erfolgreiche Persistence-Angriffe lassen sich durch eine Kombination aus technischen Härtungsmaßnahmen, kontinuierlichem Monitoring und regelmäßigen Red-Team-Übungen verhindern. Kein einzelnes Tool bietet vollständigen Schutz, entscheidend ist die Tiefe der Verteidigung über mehrere Sicherheitsebenen hinweg.
Technische Härtungsmaßnahmen
Die technische Basis für den Schutz vor Persistence umfasst das konsequente Prinzip der minimalen Rechte, also dass Benutzerkonten und Prozesse nur die Berechtigungen erhalten, die sie tatsächlich benötigen. Darüber hinaus sollten nicht benötigte Dienste deaktiviert, Softwareinstallationen auf erlaubte Anwendungen beschränkt und Systemänderungen protokolliert werden. Application Whitelisting verhindert, dass nicht autorisierte Programme ausgeführt werden können.
Organisatorische und prozessuale Maßnahmen
Neben der Technik spielen Prozesse eine entscheidende Rolle. Regelmäßige Überprüfungen von Benutzerkonten, Zugriffsrechten und Systemkonfigurationen helfen, unbemerkt angelegte Backdoors aufzudecken. Schulungen für IT-Teams, die sich auf die Erkennung von Persistence-Indikatoren konzentrieren, erhöhen die Reaktionsfähigkeit erheblich. Organisatorische Sicherheitsmaßnahmen sind dabei genauso wichtig wie technische Lösungen.
Wie CCVOSSEL dein Unternehmen beim Thema Persistence im Red Teaming unterstützt
Wir bei CCVOSSEL simulieren als erfahrenes Red Team reales Angreiferverhalten, einschließlich der Etablierung und Aufrechterhaltung von Persistence-Mechanismen, um die tatsächliche Widerstandsfähigkeit eures Unternehmens zu testen. Unsere zertifizierten Experten bringen jahrelange Erfahrung aus kritischen Infrastrukturumgebungen mit und kennen die Techniken, die echte Angreifer 2026 einsetzen.
Konkret bieten wir Folgendes an:
- Realistische Red-Team-Simulationen inklusive Persistence, Lateral Movement und Datenexfiltration, abgestimmt auf eure spezifische IT-Umgebung
- Detaillierte Berichte mit konkreten Handlungsempfehlungen zur Schließung identifizierter Sicherheitslücken
- Unterstützung bei der Implementierung technischer und organisatorischer Schutzmaßnahmen gegen Persistence-Angriffe
- Schulungen für interne Teams, die lernen sollen, Persistence-Mechanismen eigenständig zu erkennen und zu beseitigen
- Begleitung im Ernstfall durch unser Incident Response Team, wenn ein aktiver Angriff vorliegt
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